Freut man sich in deiner Nähe?

Wenn in Bälde Weihnachten auf uns zufällt, eine Art ferngesteuerte Hektik uns überfällt und wir einfach mitlaufen und wie in einem Strom mitschwimmen, dann nützen logischerweise alle Versuche nichts, dieser Zeit noch ein paar ruhige Minuten abzugewinnen. Stress ist eben auch ansteckend sein.

Eine Motto zum Innehalten habe ich vor kurzem beim Vorbereiten eines Textes für Weihnachten entdeckt, „Man freut sich in deiner Nähe“.

Da tauchen für mich eine Reihe Fragen auf: Wie nehmen mich die anderen zur Kenntnis? Strahle ich durch meine Dasein etwas aus, das den anderen gut tut? Kann man sich tatsächlich an mir freuen?

Lassen wir alle Geschenke einmal beiseite, auch nur einen Menschen durch mein Menschsein Freude zu vermitteln, ein Stück Lächeln und die Zeit dazu – das wäre sehr viel. Meiner Umgebung zu vermitteln, dass ich einfach echt bin und mich nicht mit einer fremden Schale umgebe.

Wir werden am DU zum ICH, sagt Martin Buber, aber das DU muss sich am ICH doch zuerst einmal erfreuen können, als Basis einer echten Begegnung.

Und wäre sicherlich mehr als alles rund um Weihnachten.

Hans Neuhold