Sissy Neuhold

Bild Sissy HawleEigentlich heiße ich Liesbeth aber ich habe es gerne, wenn man mich Sissy nennt, da kommt meine Beziehung zu meiner Heimatstadt Wien besser zum Tragen.

Ich bin seit meinem dritten Lebensjahr schwerhörig und auf einem Ohr taub, einseitig mit einem Hörgerät und nach zwei Hörstürzen auf diesem Ohr seit 1999 mit einem Cochlea-Implant versorgt. Es war eine schwere Entscheidung, mich operieren zu lassen, aber ich habe meinen Entschluss bis heute nicht bereut und bin glücklich, dass alles gut verlaufen ist.

Berufsmäßig war ich nach der Schulzeit fast 13 Jahre im Buchhaltungsbereich tätig und danach 17 Jahre selbständig. Diesen letzten Beruf musste ich leider aus finanziellen und gesundheitlichen Gründen aufgeben. Der damals starke Tinnitus und die folgenden Hörstürze, die in die völlige Taubheit mündeten, machten mir sehr zu schaffen und ich hatte das Gefühl, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Eine noch unerkannte Welt tat sich für mich auf, aber die Hoffnung siegte.

Nun kann ich mit meinem CI wieder relativ gut hören und verstehen, sogar das Telefonieren ist mir wieder einigermaßen möglich.

Es war daher für mich ein neue große Herausforderung im Jahre 2001 die Stelle als „Technische Assistenz für Schwerhörige“ im Rahmen des Österreichischen Schwerhörigenbundes, später in den ÖSSH übergeführt, in Graz anzunehmen. Dazu kam Schritt für Schritt mein ehrenamtliches Engagement im Rahmen des ÖSB und der ÖSSH, weit über meine Anstellung hinaus. – und ich mache es gerne.

So werde und möchte ich in Zukunft mit vielen schwerhörigen Menschen arbeiten und Kontakte knüpfen, möchte helfen und beitragen, dass eine Schwerhörigkeit auch Chancen der Bewältigung in sich birgt, durch Technische Hilfen oder taktische Maßnahmen.

Durch meine persönliche Freude am Hören und am Leben möchte ich gerne anderen Betroffenen Mut und Zuversicht geben. Durch meinen Einsatz für andere ist mir selbst vieles klarer geworden, denn dieses fast unscheinbare Hören ist für mich ein neuer Anfang, eine Herausforderung und letztlich ein „dazugeHÖREN“.

Mein Cochlea - Gerät ist für mich kein notwendiges Übel, sondern ein geliebtes, kostbares Gut, das ich sehr pflege und beschütze. Es ist ein Teil von mir und gehört zu mir – es ist mein Gehör geworden.“